Familienplanung

Das erste Mal die Pille - Welche ist die richtige?
Für sehr junge Frauen, zum Beispiel zwischen 15 und 18 Jahren, eignen sich Pillen mit sehr geringem Gehalt an Östrogen und Gestagen. So wird der Körper nicht unnötig mit Hormonen belastet. Sie schützen (genauso wie höher dosierte) nahezu 100 prozentig, wenn sie regelmäßig jeden Tag eingenommen werden. Die erforderliche Disziplin allerdings kann zum Problem werden: Wer nachts viel auf der Rolle ist, Streß in der Schule oder mit dem Freund hat, vergißt oft ganz einfach die Pille. Am besten, man nimmt sie immer direkt vor dem Zähneputzen oder gleich nach dem Aufstehen, dann gehört sie irgendwann zum Tagesablauf.
Diaphragma / Portiokappe
Damit beide richtig sitzen, müssen sie von ihrem Frauenarzt individuell angepasst werden. Sicher sind beide Verhütungsmittel allerdings nur in Verbindung mit Verhütungscremes, was von einigen Frauen als störend empfunden wird.

Mögliche Nebenwirkungen sind bei beiden Verhütungsmitteln allergische Reaktionen auf das Material (Latex) und Reizungen der Schleimhäute durch die Cremes.

Zäpfchen
Die Präparate wirken meist dadurch, dass sie die Spermien des Mannes abtöten oder bewegungsunfähig machen und zusätzlich eine Barriere gegen die Spermien bilden.

Diese Mittel können angewendet werden, wenn nur gelegentlicher Schutz gebraucht wird. Leider gelten diese Mittel alleine angewendet als wenig sicher, deshalb werden sie meist in Verbindung mit Kondomen benutzt.
Bei häufigem Gebrauch kann es außerdem zu Reizungen der Scheidenschleimhaut kommen.

Natürliche Familienplanung
Sie brauchen nur ein Fieberthermometer und Vordrucke für Temperaturkurven, die Sie bei ihrem Frauenarzt, in der Apotheke oder bei Pro-Familia bekommen. Zusätzlich zu der morgens gemessenen Temperatur können sie auch die Struktur des Gebärmutterschleims beobachten. Voraussetzung für diese sanfte Methode ist die Bereitschaft, den eigenen Körper zu beobachten und die konsequente Bestimmung der Temperatur, was einige Disziplin erfordert. Beide Partner müssen sich darauf einstellen, dass an den fruchtbaren Tagen auf ungeschützten Sex verzichtet werden muß. Erfahrungsgemäß dauert es etwa 3 Monate, bis Paare mit dieser Methode vertraut sind – solange sollten auf alle Fälle andere Mittel angewendet werden.
Sterilisation
Paare sollten sich diese Entscheidung in Ruhe überlegen und mit ihrem Arzt besprechen, da diese Entscheidung in den seltensten Fällen operativ rückgängig gemacht werden kann und die Chancen dann schwanger zu werden sehr gering sind.

Nach den Erfahrungen von Fachleuten kann es zum Beispiel zu seelischen Problemen kommen, wenn

  • die Entscheidung aus rein medizinischen Gründen getroffen wird,
  • eine Frau sich unmittelbar nach einer Entbindung, Abtreibung oder
  • Fehlgeburt sterilisieren lässt,
  • die Sterilisation während einer Krise in der Partnerschaft erfolgt.

Mifegyn®
Mifegyn® kann nur in der Frühphase der Schwangerschaft eingesetzt werden. Die Zulassung besteht nur für Schwangerschaftsunterbrechungen bis zum 49.Tag der Gravidität, berechnet vom ersten Tag der letzten Regelblutung! Das bei der Neuregelung der Schwangerschaftsgesetzgebung im Sommer 1995 eingeführte Konzept der Pflichtberatung und einer Bedenkfrist von 3 Tagen zwischen Beratung und der Durchführung des Eingriffs bleibt erhalten. Es gelten weiterhin die bisherigen Inhalte des § 218 StGB zum Schwangerschaftsabbruch.

Übelkeit, Erbrechen und krampfartige Unterbauchschmerzen können als körperliche Nebenwirkungen auftreten. Darüber hinaus treten meist psychische Belastungen während der mehrtägigen Behandlung auf.

Die Anwendung ist kontraindiziert in Kombination mit Prostaglandinen bei Frauen die stark rauchen, an Asthma bronchiale oder Allergien leiden. Auch Frauen mit Epilepsie, Bluthochdruck, Magen- Darm- und Leberstörungen dürfen Mifegyn® nicht erhalten.

Kondome
Zu beachten ist auch, dass einige chemische Verhütungsmittel (Zäpfchen, Gels, etc.) sowie auch einige Massageöle das Material des Kondom angreifen können, so dass dieser dann leichter reißt.
Nach dem Samenerguss sollte man das Kondom beim Herausziehen festhalten, damit es nicht vom erschlafften Glied rutschen kann.
Als einzige mögliche Nebenwirkung sind allergische Reaktionen gegen das Material (in der Regel Latex) oder die Beschichtung des Kondoms bekannt.
Spiralen

Die Wirkung der Spirale beruht meistens auf der Freisetzung von Kupfer. Dadurch verändert sich der Muttermundschleim, so dass nur sehr wenige Samenzellen in die Gebärmutter eindringen können..

Zusätzlich wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut beeinflusst, damit sich eine Eizelle nicht einnisten kann.
Es gibt auch Spiralen, die geringe Mengen Hormone abgeben, mit dem Vorteil das sie geringer dosiert werden können, da sie direkt an der Gebärmutterschleimhaut zum Einsatz kommen. Diese sind besonders für Frauen mit stärkerer Regelblutung geeignet.
Die Spirale muß von einem Frauenarzt während der Menstruation in die Gebärmutter eingeführt werden, was etwas unangenehm sein kann, von der Spirale selbst merkt die Frau aber nichts. Zweimal im Jahr sollte die korrekte Lage überprüft werden.
Je nach Spiralen-Typ muß nach einer Tragezeit von zwei bis fünf Jahren diese entfernt werden und gegebenenfalls durch eine neue ersetzt werden.

Die Pille danach
Sollten Sie während ihrer fruchtbaren Tage mit einem Mann geschlafen haben, ohne zu verhüten, können Sie mit der „Pille danach“ noch  eine ungewollte Schwangerschaft verhindern.

Es gibt seit einigen Jahren verschiedene „Pillen danach“. Seit 2015 sind diese Medikamente nicht mehr verschreibungspflichtig. Sollten Sie sich in einer solchen Notsituation befinden, können Sie das Medikament in der Apotheke erwerben, ohne vorher einen Frauenarzt konsultiert zu haben. Der Frauenarzt steht ihnen aber selbstverständlich für Fragen zur Verfügung.

Bitte bedenken Sie, dass die Präparate nur wirken können, wenn die Tablette innerhalb von 72 Stunden bzw. 96 Stunden nach dem ungeschützten Sex eingenommen werden.

Persona
Dazu werden Teststreifen mit Morgenurin in den Monitor gelegt und ausgewertet. Wenn das rote Licht leuchtet, sind Sie in Ihrer fruchtbaren Phase, das grüne Licht bedeutet, dass Sie bis zum nächsten Morgen folgenlos ungeschützten Sex haben können.

Der Computer verlangt im ersten Monat jedoch Aufmerksamkeit und Disziplin, da die Bestimmungen am Anfang sehr genau und zu immer gleichen Zeiten erfolgen muss, damit er brauchbare Daten zur Auswertung erhält. Dann erreicht man jedoch eine recht hohe Sicherheit.

Mirena®
Die in die Gebärmutterhöhle abgegebene Hormonmengen sind um den Faktor 20-100 geringer, als bei der Einnahme der Anti-Baby-Pille.

Ein besonderer Vorteil von Mirena® liegt in der Tatsache, dass die Monatsblutung im Laufe der Zeit deutlich kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft wird. Daher ist Mirena® besonders geeignet für Frauen, die unter starken und schmerzhaften Monatsblutungen leiden.

Die Einlage von Mirena® erfolgt, wie bei anderen Spiralensystem auch, üblicherweise während der ersten Tage einer Monatsblutung durch einen Frauenarzt, der auch planmäßig alle 6 Monate eine Kontrolluntersuchung durchführen sollte.

Implanon®
Der ideale Zeitpunkt der Einlage ist die Zeit zwischen dem ersten und fünften Zyklustag. Als reines Gelbkörperpräparat kann es auch zur Empfängnisverhütung in der Stillzeit eingesetzt werden.

Nach 3 Jahren muß das Implanonstäbchen entfernt oder durch ein neues ersetzt werden. Nach Entfernung kehrt die ursprüngliche Fruchtbarkeit der Patientin rasch zurück.

Haben Sie weitere Fragen? – Dann sprechen Sie uns bitte an!